Montag, 4. März 2013

Umweltfairändern: Taschenspielertricks gegen die Beschäftigten und freie Autoren

Robin Wood hat sich in seinem Blog Umweltfairändern, der sich mit ökologischen und sozialen Fragen beschöftigt, bereits in der Vergangenheit mit dem Thema Photon beschäftigt

Nun erscheint ein neuer Beitrag zum Themenkomplex der Photon-Gruppe, der Robin Wood Energiereferent Dirk Seifert wirft dort die wichtige Frage auf: 

Solarzeitung Photon: Sanierung auf dem Rücken der Beschäftigten?



Treffend analysiert Seifert die derzeitige Lage für die betroffenen Beschäftigten: 



"Mit einem Taschenspielertrick hat sich die Führung der Photon-Holding schon vor Jahren vor möglichen finanziellen Einbrüchen seiner Tochtergesellschaft Photon Europe abgesichert: Sämtliche Namensrechte an der Zeitung PHOTON, die in mehreren Sprachen erscheint, gehören seit 2009 der Holding: “Muttergesellschaft mit Sitz in Aachen / Deutschland; hält die weltweit eingetragenen Markenrechte am Titel „PHOTON“. Hier werden alle Aktivitäten gebündelt”, heißt es auf der Homepage. Geschäftsführerin sowohl der Holding als auch der Photon Europe GmbH ist Anne Kreutzmann.
Mit anderen Worten: Die insolvente Photon Europe GmbH verfügt im Grunde über kein Vermögen mehr, mit dem ein Neuaufbau aus dem Unternehmen heraus möglich wäre. Auf PhotonWatch, einem Blog der von der Insolvenz betroffenen Beschäftigten und AutorInnen, heißt es dazu: “Hierdurch säße der Insolvenzverwalter auf einer weitgehend leeren Hülle und die Gläubiger könnten nicht bedient werden. Auch werden bedauerlicherweise viele Mitarbeiter auf all ihren Forderungen sitzen bleiben.”


Weder der Insolvenzverwalter, noch die Bankrotteure der Photon-Gruppe lassen sich derzeit in die Karten schauen und scheuen massiv die Öffentlichkeit. 


Dennoch entstehen bei der durch beide Parteien verbreiteten Endgültigkeit dieser Verkaufs-Entscheidung Zweifel. 


So gibt es kein Wort des Insolvenzverwalters zur wirklichen Rechtelage bei der insolventen Photon Europe GmbH. Hatte diese doch in der Vergangenheit eines an Text- und Bildrechten auf sich vereint, auf die der Insolvenzverwalter bisher keinen Bezug nimmt.  


Außerdem ist der Termin der definitiven Entscheidung des Verkaufes an die von Frau Kreutzmann neu gegründete Photon Publishing GmbH frühestens auf der Gläubigerversammlung am 19. April 2013 zu erwarten.      



Der Originalbeitrag von Dirk Seifert ist hier zu finden:

http://umweltfairaendern.de/2013/01/solarzeitung-photon-taschenspielertricks-gegen-die-beschaeftigten-und-freie-autoren/


Kommentare:

  1. Hat sich eigentlich mal jemand bereit erklärt, den ganzen Sauhaufen "feindlich" zu übernehmen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da scheint sich was in der Richtung Übernahme zu tun.

      Siehe www.photon-takeover.org

      Leider ist noch nicht ersichtlich wer alles dahinter steht.

      Löschen
    2. Ist die Pawlowklingel wieder geläutet worden?

      Der Sabber läuft wieder und die Argumente so verlogen und scheinheilig wie immer.

      Löschen
    3. Für den spontansten Sabber sorgen Sie hier ja regelmäßig, sobald Ihnen jemand kritisch an Ihre Lieblingswürstchen geht :-)

      Löschen
  2. Nach dieser missglückten Insolvenz sind vermtl. auch die letzten Chancen dahin, die Photon vor ihrem Ende zu retten.

    Es gelang nicht sich gegen die Geschäftsführer durchzusetzen, die sich mit ihrem Verhalten letztlich weigern die Verantwortung fuer den selbst verbockten - wie ich finde - Mist zu übernehmen.

    Aber selbst wenn es z.B. der Belegschaft oder einer anderen Organisation gelingen sollte den Laden in die eigenen Hände zu bekommen und die ehem. Geschäftsführer gezwungen werden würden die Rechte zurück zu übertragen, auch dann sehe ich das Projekt Photon in ihrer gewohnten Form am Ende.

    K.H.Remmers, Chef von Solarpraxis, hat seinerzeit das PV-Magazin gegründet, weil er einen Riesenhals auf diese Photon hatte, die Politik spielen wollte, aber mit einem Fachmagazin nur wenig am Hut hatte.

    Nun ist das PV-Magazin auch auf Deutsch verfügbar und Solarpraxis nimmt beide Publikationen in die eigenen Hände also ohne 3rd Party wie Genthner.

    Anfangs haben alle über Kalle gelacht - am lautesten Photon - und nun schaue man sich mal das Alexa-Ranking von heute an:

    Photon International: Platz 653,651
    Photon DE : Platz 812,292
    Photon Info : Platz 494,612

    PV-Magazin: Platz 144,836 (!)

    Diesen Vorsprung wird Solarpraxis weiter ausbauen. Da bin ich mir sicher, denn auch im Bereich "Neue Medien" ist PV-Magazin einfach weiter. Photon hat da nach meinem Kenntnisstand noch gar nichts ...

    Für zwei Magazine mit exakt dem gleichen Profil sehe ich keinen Platz mehr. Weltweit nicht und deutschsprachig schon mal gar nicht, denn dazu hat es sich die Photon bei den deutschen Kunden zu sehr verscherzt.

    Getragen wurde die Photon zuletzt nur noch durch die asiatischen Anzeigenkunden, die es meines Erachtens noch nicht geblickt hatten, was eigentlich gespielt wird.

    Aber auch die reiben sich gerade die Augen und Solarpraxis macht in Asien eine erfolgreiche Konferenz nach der anderen während Photon nur ein paar katastrophale Messen in Südchina hingelegt hat.

    Im Mai ist die nächste SNEC und die wird die noch verbliebenen Anzeigenkunden der Photon auf beinahe nichts hinschmelzen lassen. Dann stellt sich natürlich die Frage, wer sollte von dritter Seite die an sich wertlose Hülle Photon (feindlich oder nicht) übernehmen ?

    Selbst bei Solarpraxis sehe ich keinen Grund sowas zu versuchen. Die brauchen doch nur einfach so weiterzumachen wie bisher und gewinnen trotzdem. Das "Human-Kapital" steht bei S&WE, RE, PV-Magazine doch sowieso schon vor der Tür und auch die pot. Anzeigenkunden(Datenbanken) sind mit Ansprechpartner und so weiter doch längst in allen Unternehmen vorhanden.

    Bleibt die Marke "Photon". Deren Reputation sinkt gerade oder ist schon komplett ganz unten angekommen. In ein zwei Jahren wird keiner mehr diese Marke kennen, würde man sie heute sterben lassen. Wer soll sich sich nun angesichts der potentiellen Konkurrenz auf die alleinige Macht einer sehr fachspezifischen Marke in eine finanzielles Übernahmeabenteuer stürzen ?

    Abgesehen von den Mitarbeitern selbst, sehe ich keinen für den das wirklich einen Sinn ergeben sollte. Die ehem. AEG in Wedel wurde von den Mitarbeitern gekauft und firmiert noch heute als Solarnova.

    Dies auf die Photon zu übertragen fände ich die sympathischste und wohl auch zukunftsträchtigste Variante. Von der alten Photon würde dennoch nichts überbleiben - sollte das gelingen. Es müsste eine tiefgreifende Änderung her, denn die o.g. Probleme existieren ja weiter.

    Ich wünsche mir, dass den noch existierenden Mitarbeitern diese Revolution gelingt - dazu braucht es allerdings auch Courage und ein gewisses Maß an Radikalität gegenüber den ehemaligen Herrschern ... sonst wärs ja auch keine Revolution. Meine persönliche Unterstützung hätten sie dabei.

    Gelingt dies nicht, gebe ich der Photon noch allerhöchsten noch ein Jahr unter der neuen alten Geschäftsführung - mehr auf keinen Fall. Wetten ?

    Max

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei dieser Wette gehe ich mit: allerhöchsten noch ein Jahr unter der neuen alten Geschäftsführung, dann ist der Ofen aus.

      Löschen
    2. Nennen wir die Dinge doch beim Namen: Weder Phillipe Welter noch Anne Kreutzmann sind moralisch in der Lage, ein Geschäft zu führen. Kluge Sprüche aber sondern sie ab, wie andere Menschen CO2. Und über "Agora" und ihren Ex-Pistolero versuchen sie jetzt, aus ihrer belgischen Steurenklave heraus, in Deutschland politisch Fuß zu fassen. Wehret den Anfängen!

      Löschen
  3. Hmmm. Eine Revolution wird ausbleiben, da ja eh nur noch linientreue Beschäftigte übrig sind - schöner Nebeneffekt der Zechprellerei. Man die Sache aus zwei Perspektiven betrachten: Den Gläubigern dürfte es erst mal Latte sein, wer oder was bei Photon weiterwurschtelt. Denen geht es um ihr Geld und da fällt, zumindest nach Gesetz, die Entscheidung am 19. April durch die Gläubigerversammlung. Wenn da jemand genügend Geld auf den Tisch legt und die Gläubiger sehen dadurch die Chance mehr aus der Insolvenzmasse zu bekommen, dann müssten Lord und Lady eben dagegenhalten oder die Segel streichen.

    Die andere Frage ist natürlich, was es unternehmerisch für einen Sinn machen soll, einen Skandalverein zu übernehmen, das strategisch immer noch in der medialen Welt der 90er dümpelt und das mit politischen Hinterzimmer-Tricks auszugleichen versucht. Da finde ich nur zwei Erklärungen: Zum einen ist es wohl mehr als einem Unternehmen in Deutschland lieb, dass journalistische Taliban von der Bildfläche verschwinden und zum anderen wäre die Zerschlagung und Neuausrichtung des Verlags durchaus eine Option. Was die Reputation der Photon betrifft, so ist ja jedem bekannt, wer für die Masse an geschleudertem Dreck verantwortlich ist. Sollten diese Verantwortlichen verschwinden, so könnte es auch mit der Reputation wieder was werden.

    In einem haben Sie völlig Recht: Sollte es so weitergehen, dann bleibt das selbsternannte Welt-Imperium ein Fall für Amts- und Arbeitsgerichte, Arbeitsmediziner und Insolvenz-Spezialisten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das nur noch linientreue Beschäftigte übrig sind, dass darf bezweifelt werden. Aber pssssssssst! ;-) Gut Ding will Weile haben!

      Löschen
    2. Wer Leiden schafft gehört abgeschafft. Dies gilt auch -und vor allem- für umtriebige, rücksichtslose Geschäftemacher!

      Löschen
    3. DFTjki LÖt jki KLOSA

      Löschen
  4. So viel "Weile" seh ich da eigentlich nicht mehr.

    www.photon-takeover.org ist an sich eine gute Idee, aber mit einem google.doc (nur auf Deutsch), gewinnt man keinen Krieg.

    Ich kann mir sogar vorstellen, dass gerade Verlage und Investoren in Asien (Singapur, Japan, Taiwan und China) ein Interesse an einer Übernahme hätten. Geld wäere ja da. Aber wie sollen die davon etwas mitbekommen ?

    Oder Crowdfunding via Nextstart, Kickstart & Co. ? Ebenfalls denkbar ... aber viiiiiiiel zu spät.

    Fazit: Gut Ding braucht zuweilen EILE.

    AntwortenLöschen
  5. Wir werden den neuen „Investor“ natürlich gebührend empfangen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Knete wurde bei Photon immer schon gebührend empfangen :-)))

      Löschen
  6. Dass Photon-Fans Investor in Anführungszeichen schreiben, macht schmunzeln, nachdem ihre Koryphäen Kreutzmann und Welter mit 25.000 Hütchenspieler- Euros ihre sechsstelligen Schulden auf die Gläubiger abgewälzt haben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der neue Investor kann ja die Entlassenen einstellen.

      Dann klappt´s auch innerhalb von 2 Monaten mit der Insolvenz!

      Löschen
  7. Wer in dieser Woche auf der OTTI Tagung in Bad Staffelstein die beiden Ausgaben der photon gesehen hat weiß dass die Handelnden nichts begriffen haben und sich auch nichts geändert hat.

    Keine Infos zur eigenen Insolvenz in den Januar (!) Heften, sonst Business as usual. Anne K. und der Lord zeigten sich nach Jahren erstmals wieder vor Ort, beide sehen sich ja mittlerweile auch sehr ähnlich. Da es in der Staffelstein Veranstaltung ja wohl die größte Konzentration an einfältigen Photon Fans gibt, haben sich denn auch einige Leute wieder zum Bier mit den beiden hingesetzt. Da ist echt Hopfen und Malz verloren.

    Man darf also gespannt sein, ob die Anzeigenkunden nun mit drei Monaten Versatz weiter schalten. Im Grunde mehr denn je auf Gut Glück wenn es um das Erscheinen geht.

    In einem Markt, der seine größte Veränderung seit Einführung des EEG sieht schon fast unfassbar.


    AntwortenLöschen
  8. Taschenspielertricks: b€lgische €thik ~ definiert nach Art des Hauses

    AntwortenLöschen