Donnerstag, 14. Februar 2013

Auch dass noch! Photon Power verlieh 1,5 Mio € an Investorengeldern an die pleitegegangene Photon Europe

Die Photon Power AG hatte drei Anleihen für private Investoren herausgegeben (vor denen die Verbraucherzentrale Sachsen noch explizit gewarnt hatte) und damit bis Dezember 2012 nach Aussage von Vorstand Ralf Heuser 7,2 Millionen Euro eingenommen. Davon verlieh sie bis zu 1.500.000 € an Investorengeldern an die inzwischen Insolvente Photon Europe GmbH. 

Nun in der Insolvenz sind nach Aussagen des Photon Vorstandes Ralf Heuser  noch 340.000 € an Investorengeldern offen. 



Ist das legal? Dazu Michael Fuhs von Photovoltaik.eu:

"Im Prospekt der ersten Photon Anleihe heißt es: „Die Anleihe dient der Photon Power AG zur Errichtung von Solaranlagen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland." Und: "Der festgelegte Zinssatz basiert auf der Vergütung für eingespeiste Strommengen, welche von der Bundesnetzagentur auf Grundlage des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) für angeschlossene Photovoltaikanlagen festgesetzt werden, und welche die Photon Power AG daher durch den Betrieb der zu errichtenden Solaranlagen erhalten wird...

... Auch unter dem Punkt IIf "Risiken aus Geschäftsbeziehungen mit nahe stehenden Personen" steht nichts von möglichen Krediten an Partnerunternehmen.


Ralf Heuser erklärt das so: „Photon Europe hat Photon Power in der Anfangszeit Zinsen bezahlt, als noch keine Anlagen gebaut waren und die Liquidität nicht benötigt wurde. Sämtliche Geldflüsse wurden nur gegen Sicherheiten geleistet. Damit konnte dann das erste Jahr gut überbrückt werden.“

... Daniel Bauer, Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V., sieht das anders. „Man darf das Geld nicht verleihen“, erklärt er, „wenn man damit Werbung macht, dass man damit Solaranlagen baut“...

Das wird indirekt gestützt durch ein Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig. Die Richter haben ein Berufungsurteil gegen Prokon, einem Direktanbieter von Geldanlagen im Bereich erneuerbarer Energien, argumentiert , „dass es aus Sicht eines verständigen Verbrauchers durchaus einen grundlegenden Unterschied macht, ob das Unternehmen, bei dem er sein Geld anlegt, selbst in Sachwerte investiert oder ob es das Geld Dritten als Kapital für eigne Investitionen zur Verfügung stellt. 



Wie geht das denn im Insolvenzverfahren?

Das wird die große Frage! 

Denn die Gläubiger der Photon Europe scheinen bei derzeitiger Sachlage, dass die Photon Europe eine leere Hülle sei, leer auszugehen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese tatenlos zusehen, wie Herr Heuser von Photon Power sich lächelnd seine 340.000 € Extrawurst aus der Insolvenzmasse zieht...

Wichtig dabei ist, allen Abonnenten und Anzeigenkunden der Photon Publishing muss klar sein, dass die entgültige Entscheidung über den Verkauf der insolventen Photon Europe an die von den Pleitiers flux neugeründete Photon Publishing GmbH erst in der Gläubigerversammlung am 19. April fällt. 

Da kann alles kippen! 

Wer also in irgend einer Form Vorkasse leistet, dem ist angesichts dieser immensen Risikolage in diesem undurchsichtigen Firmengeflecht nicht mehr zu helfen... 


Weitere Informationen:  http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/details/beitrag/photon-anleihen--340000-euro-bei-insolventer-photon-europe_100010282/#ixzz2Kp7nbgUl





Kommentare:

  1. Also für Herrn Seckler, den Insolvenzverwalter, ist das doch eine tolle News: Da liegen irgendwo noch 340.000 Euronen rum.

    Aber wehe ein Modul bringt 0,002 % weniger Leistung. Dann hyperventilieren diese Experten. Wenn dann irgendwo im eigenen Back-Office hunderttausende Euros verschwinden und Leute betrogen werden - shit happens. Frei nach Ralf Heusers Interview: "Wir wollen zeigen, was man so alles im Anlagenbau machen kann und nicht, wie ein Unternehmen geführt wird." Jau, auf solche Vorbilder hat die Solarindustrie gewartet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na, heute schon gesabbert?.

      Oder sind das noch die Nachwehen von gestern?

      Löschen
  2. "Zu zeigen, was man in der Solarbranche anderes und neues machen kann",sei laut Ralf Heuser Ziel der Photon Power. Da ist er ja in den richtigen Kreisen. Der omnipotente Herr Phillippe Welter wird seine profunden Kenntnisse einbringen, zeigen wie es geht. Das dieser Herr seine Finger im Spiel hat ist Grund zu ernsthafter Sorge um das angelegte Kapital!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ihr seht das wieder alles zu eng. Wer die Welt rettet, hat keine Zeit für Petitessen wie Anlegerschutz, Zahlungsmoral oder Mitbestimmung. Das gilt für die anderen, die Pawlowschen Hunde (sind schließlich alles Tiere) und die Entrechteten (haben eh keine Rechte mehr). Aus Photon-Sicht null Problemo. Kapitalismus und Ökologie reichen sich endlich die Axt, sprachlich und unternehmerisch.

      Löschen
  3. Interview 3 vom 5.2.:
    "Heuser: Es ist nicht geplant an die PHOTON Publishing Geld zu verleihen."

    Da hat der Big-Boss P.W. aber noch ein Wörtchen mitzureden! Ohne Magazine sieht das Geschäft mit den Power-Anleihen ja auch nicht rosig aus.



    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da wird wohl eine millionenschwere Anzeigenkampagne in einem unabhängigen Fachmagazin fällig :-o

      Löschen
  4. Lord Welter am 7.12. nach der Photon-Pleite gegenüber ecoreporter:

    „Die Photon Power AG ist von diesen Vorgängen nicht tangiert. Es handelt sich um eine eigenständige Gesellschaft, es gibt keinerlei gesellschaftsrechtliche Verflechtungen zwischen diesen Gesellschaften.“ Wer lügt?

    AntwortenLöschen
  5. Er hat nicht gelogen. Es tangiert ihn herzlich wenig, wo die Knete für seine Spielchen herkommt. Und seine Photon-Pleite sind eben "diese Vorgänge".

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das sich der genannte Photon Power Vorstand Ralf Heuser in seiner Haut nicht wohlfühlt, daß ist anzunehmen. Der angeblich nicht vorhandenen gesellschaftlichen Verflechtung steht vermutlich eine persönliche Verpflichtung der Gesellschafter untereinander gegenüber. Es bleibt zu hoffen, daß sich der Photon Power Vorstand nicht weiter zu Abenteuern hinreißen lässt, auch dann nicht, wenn die Photon Publishing in Kürze zu erwartende Liquiditätsprobleme hat. Die sich offenbarenden Strukturen innerhalb des Photon-Firmengeflechts drängen jedoch den unguten Schluss auf, daß die Dominanz von "Lord Welter" entgegen der Interessen der Photon Power Anleger zum Tragen kommt.

      Löschen
    2. Ist ja nicht nur der Lord, sondern auch die kongeniale Lady. Beide wissen, dass ohne Photon als Propaganda-Maschine das ganze Soufflé zusammenfällt und die einzig rentable Melkkuh Photon-Power ausfällt.

      Interessieren würde mich aber mal, wer der schlaue Dritte war, der für den Deal zwischen den verbandelten Anleihe-Sammlern der "Power" und dem "unabhängigen Fachmagazin" gebürgt hat. Der müsste doch eigentlich jetzt auf der Gläubiger-Versammlung in der Schlange stehen, oder?

      Löschen
    3. Im Vorfeld um am Rande der Gläubigerversammlung werden sich sicherlich sehr interessante Tatsachen offenbaren!

      Löschen
  6. Warum hat man mit dem Risiko gespielt, der eigenen Zeitschrift 1,5 Millionen € rüberzuschieben, als man schon wusste, dass sie Schwierigkeiten hat? Bezahlen konnte der Verlag seine Rechungen ja 2010 schon nicht. Mitarbeiter jedenfalls sagen, die Power sei eigens erfunden worden, um Photon zu finanzieren ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Photon Power eine Erfindung zur Finanzierung von Photon? Und sowas sollen Mitarbeiter sagen? Unsinn, Lüge, alles Lüge und böswillige Behauptung! Oder???

      Löschen
    2. Also ich habe mein Gehalt 2010 nicht ein einziges Mal fristgerecht erhalten.

      Löschen
    3. Sie haben Ihr Gehalt 2010 nicht ein einziges Mal fristgerecht erhalten?Dafür gab es doch sicher gute Gründe!

      Die ausführende Bank hat gepennt (Bank ist schuld),Ihre Angaben zur Kontoverbindung waren über Monate falsch (Sie sind selber schuld),der bei Photon für Gehaltszahlungen Verantwortliche war leider leider zum Zahltag krank (Ihr Pech),die Sternenkonstellation am Zahltag war ungünstig,das Weter zu schlecht ODER bei Photon nutzte und nutzt man schlicht und ergreifend einen anderen Kalender, als die Allgemeinheit!Wie Sie nun sehen,gab und gibt es immer schlüssige Erklärungen für einen Zahlungsverzug.

      Löschen
    4. Oh, danke fur die Antworten. Bis auf die mit der Sternkostellation kannte ich alle schon ;)

      Löschen
    5. Sie sind Mitarbeiter oder Mitarbeiterin innerhalb der Photon Gruppe, nehme ich an. Was erzählten die Damen oder Herren denn den Lieferanten bei Zielüberschreitung? Würde mich mal interessieren!

      Löschen
    6. "Herr XYZ ist nicht im Haus/in einem Termin/wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen/kuemmert sich darum/ist naechste woche wieder im Haus"

      "Ihre Rechnung liegt uns nicht vor/ist rechnerisch falsch/enthaelt Formfehler/ist in Pruefung/wird bestritten/wurde heute ausgeglichen/wird wegen mangelhafter Qualitaet der Leistung bzw. des Produkts vorerst nicht bezahlt"

      War es so oder aehnlich?

      Löschen
  7. Laut Bundesanzeiger hatte Photon Europe noch 2010 kurzfristige und offene Forderungen gegen andere Gesellschaften der Holding i.H.v. knapp 1.8 Millionen Euro. Fragt sich, warum eine defizitäre Hülle auf einmal so hohe Forderungen gegen die eigene Holding (Rechteinhaberin ohne Produktion am Rand der Pleite), Labs (selbst klamm) und Power für das Jahr 2011 haben kann? Und warum nur ein Jahr später die Europe der Power dann wiederum Geld schulden soll?


    AntwortenLöschen