Sonntag, 21. April 2013

Verlauf der Photon-Gläubigerversammlung am 19.04.2013 - Teil 2

Der Bericht des Insolvenzverwalters Seckler begann gegen ca. 11.00 Uhr. 


Photon-Insolvenzverfahren ist keine eigenbeantragte Insolvenz !

Der Insolvenzverwalter Seckler trug zunächst die Rahmendaten der Insolvenz vor. 

Hierbei war besonders bemerkenswert, dass das Insolvenzverfahren anders als bisher in der Öffentlichkeit kommuniziert nicht durch einen Eigenantrag der Geschäftsleitung eröffnet wurde. 

Das Insolvenzverfahren wurde auf Antrag der AOK Rheinland/Hamburg vom 09.10.2012, der beim Insolvenzgericht am 11.10.2012 einging eröffnet. 

Es war insgesamt der 23. Insolvenzantrag am Amtsgericht Aachen gegen das Unternehmen Photon Europe GmbH, der schließlich zur Verfahrenseröffnung führte. 

Die ersten Sicherungsmaßnahmen gemäß §§ 21, 22 InsO wurden vom Gericht am 12.12.2012 angeordnet. 

Die offizielle Insolvenzeröffnung fand am 01.02.2013 um 08.00 Uhr statt. 

Die offizielle Frist der Forderungsanmeldung war der 15.03.2013. (Nachmeldungen können aber weiterhin durchgeführt werden)

Der Termin der Gläubigerversammlung wurde auf den 19.04.2013, 10:00 Uhr terminiert. 



Die Unternehmensdaten der Gesellschaft lauten:


Photon Europe GmbH
allein vertretungsberechtigte Geschäftsführerin 
Frau Annegret Kreutzmann, Hergenrath/Belgien 

Unternehmensgründung am 20.12.2007 durch die Gesellschafterin 
Photon Holding GmbH, Jülicher Str. 376, 52070 Aachen

Einzahlung des Stammkapitals von 25.000 €  
erfolgte am 14.01.2008 auf das Konto der Schuldnerin bei der Commerzbank

Die Eintragung des Handelsregisters des Amtsgerichtes Aachen 
unter der Nummer HRB 14723 datierte vom 10.04.2008

Laut Insolvenzverwalter Seckler war der Gegenstand des Unternehmens die Herstellung, Publizierung und der Vertrieb von Druckerzeugnisse, insbesondere von Fachmagazinen für die Solarbranche sowie die Ausrichtung von Messen und Kongressen. 




Alle Standorte weltweit mit Mietrückständen

Danach zählte der Insolvenzverwalter die Standorte des Unternehmens auf, wobei er beim Standort Berlin bei dem 30 Mitarbeiter auf 1.000 m2 residierten, hinzufügte, dass hier von der Geschäftsleitung wirtschaftlich nicht sinnvolle Ausgaben getätigt worden sind. 

Für alle Standorte (Aachen, Berlin, Hong-Kong, Athen, Rom, Paris und Madrid) attestierte der Insolvenzverwalter Mietschulden. 




Kapitalerhöhung der Photon Europe GmbH vermutlich nicht wirksam!

Der Insolvenzverwalter trug detailliert die Vorgänge rund um eine Kapitalerhöhung des 25.000 € Stammkapitals der GmbH auf 500.000 € vor, da dies eine entscheidende Bedeutung für die rechtliche Bewertung der Insolvenz haben wird. 

Am 06.01.2012 beurkundete Notar Johannes Schneider mit der Urkundenummer (UR-Nr. 17/2012) den Beschluss einer Gesellschafterversammlung das Gesellschaftskapital um 475.000 € zu erhöhen. Die neue Einlage war sofort in vollem Umfange einzuzahlen. 

Am 10.01.2012 wurden hierauf von der Gesellschaftering Photon Holding 200.000,- € und 300.000,- € auf das Konto des Unternehmens eingezahlt. Am selben Tage wurden bereits 25.000,- € Überzahlung an die Gesellschafterin zurückgezahlt. 

Die von Annegret Kreutzmann und Philippe Welter kontrollierte Solar Beteiligungen GmbH erhielt ebenfalls am selben Tage einen Betrag von 20.000,- € mit dem Verwendungszweck "01.01.2012, E-Rg 72684-75, RG 2012-0001". Die Solar Beteiligungen GmbH erhielt am 11. Januar 2012 weitere 40.000,- € mit dem gleichen Verwendungszweck "01.01.2012, E-Rg 72684-75, RG 2012-0001"


Die Photon Power AG (Der Photon Solarfonds) erhielt ebenfalls am 10.01.2012 einen Betrag von 250.000,- € mit dem Verwendungszweck "Rückzahlung Darlehn". Einen Tag später wurden an die Photon Power AG 150.000,- € sowie zwei Beträge zu je 200.000,- € ebenfalls mit dem Verwendungszweck "Rückzahlung Darlehn" ausbezahlt. 

Die Photon Power AG erhielt am 10. und 11. Januar 2012 also insgesamt eine Darlehnsrückzahlung von 800.000,- €


Auf Grund dieser Tatsachen, bestehen beim Insolvenzverwalter erhebliche Bedenken, ob die Kapitalerhöhung wirksam erbracht wurde, da diese Kapitalerhöhung laut Insolvenzverwalter offensichtlich nur dazu dienen sollte Darlehn an die Photon Power AG zurückzuzahlen bzw. Rechnungen an die Solar Beteiligungen GmbH auszugleichen. 



++++ Weiter mit Teil 3




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Wichtig!  Dies ist ein aus persönlichen Aufzeichnungen erstellter Text. 

Wer Ergänzungen oder Verbesserungen zu diesem Bericht aus der Gläubigerversammlung hat, kann dies persönlich und auch anonym in den Kommentaren einfügen. Hier kann man auch seine eigenen Eindrücke und Meinungen kundtun.  

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Kommentare:

  1. Vielleicht sollte man mal andere Medien wie ZDF, ARD oder RTL auf den Termin am 3. Mai und auf diesen Blog aufmerksam machen? Was hier von langer geplanter Hand abgezogen worden ist, ist kein Kavalierdelikt mehr, sondern hochgradige

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  2. Wirtschaftskriminalität!

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    1. Woher die Mittel für die Kapitalerhöhung wohl gekommen sind? Da hätte ich eine Idee.

      2011 hat Photon einen sehr brisanten Fall recherchiert. Da wurde ziemlich viel Zeit investiert, Interviews durchgeführt, Module gemessen. Im Oktober 2011 sollte berichtet werden. Da kam aber nix, stattdessen wurden auf wundersame Weise bis Dezember 2011 plötzlich die geschädigten Anlagenbetreiber und Vertriebspartner entschädigt. Adressen liegen vor, die Tätigkeit von Photon ist schön dokumentiert, Messprotokolle von Photon Laboratory gibts auch. An die Berichterstattung von Photon wollten sich sogar andere Medien "dranhängen".

      Jetzt die Gretchenfrage: warum lässt wohl ein marodes und unseriöses Fachblatt eine tolle Story sausen, nachdem viel Zeit investiert wurde? Warum hat man nur Geschädigten geholfen, ohne irgendetwas zu berichten? Seit wann ist Photon für so viel selbstloses Engagement bekannt? Die Antwort kann wohl nur lauten, weil Photon schon damals marode und unseriös war. Voila, und schon konnte die Insolvenz noch etwas länger verschleppt werden.

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    2. www.uschtrin.de/tageszeitungen.html

      www.deutschland-auf-einen-blick.de/medien.php



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  3. 2012

    29.500 Unternehmensinsolvenzen
    38,5 Mrd. Euro Insolvenzschäden
    346.000 Arbeitsplätze sind bedroht oder gehen verloren

    Die Insolvenz der Photon Europe GmbH ist schon sehr speziell. Der verursachte Schaden für private und gewerbliche Gläubiger, sowie für die öffentliche Hand ist erheblich. Mit Spannung darf das Ermittlungsergebnis (Ermittlungen wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung)der Staatsanwaltschaft Aachen abgewartet werden.

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  4. Gläubiger: Grand Hotel Esplanade, Berlin
    Titel der Forderung: Übernachtung Philippe Welter vom 14.-15.10.2012
    Höhe der offenen Forderung: 1.283,00 €

    Na super. Im Oktober hab ich kein Gehalt bekommen.
    Übernachtung Philippe Welter = 1/2 Monatsbrutto von mir.
    Zum Kotzen.

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    1. Allerdings! Als ich das gelesen habe dachte ich, ich steh im Wald! Ich kotz mit: Vielleicht am 03.Mai direkt vor die Füße vom Master-of-Desaster und der Photon-Fregatte! Das ist ja wohl das Letzte! Totale Abzieherei, eiskalt und skrupellos!

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  5. Anne K., Welter und Schmela waren nie anders. Das war schon von Beginn an so und mit vorherigen Firmen wie der heliotec. Oder Anne K.+ Welter im SFV ... erstaunlich wie lange es funktioniert hat und wie lange sich Mitarbeiter, Lieferanten, Krankenkassen, Finanzämter haben abzocken lassen. 22 Insolvenzverfahren bevor das 23. endlich klappte dürften Rekord sein und sagen alles in Sachen Vorsatz, Kaltbltigkeit. Jeder Mitarbeiter hätte das lange wissen können und auch alle anderen. Damit will ich aber nicht sagen dass sich die Schweinerei relativiert. Nur appellieren sich hier und woanders sowas nicht gefallen zu lassen. Normale Unternehmen werden so nicht geführt!

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  6. Seit wann arbeiten den Herr Welter, Herr Schmela und Frau Kreutzmann zusammen? Was hat es mit der Fa.Heliotec auf sich?

    Das 23 (!) Insolvenzanträge gegen die PHOTON EUROPE vorlagen, dass ist in der Tat beeindruckend. Bei Photon wurde doch verbreitet, Frau Kreutzmann habe die Insolvenz angemeldet, keiner sonst. Ich frage mich zudem , weshalb nicht viel früher Insolvenz angemeldet bzw. von Dritten erzwungen wurde. Über Monate türmten sich doch offene Rechnungen und Schreiben von Inkasso-Büros flatterten ein. Bezahlt wurden vorzugsweise Kleckerbeträge, die großen Posten wurden nicht oder erst nach Androhung von gerichtlichen Schritten seitens der Kreditoren bezahlt. Vorsatz muss nachgewiesen werden. Auch wenn das gelingt, die machen an der nächsten Ecke wieder ein Business auf... und prellen sich durch´s Leben. Wetten dass? Glück nur für die, wenn sie sich keine Feinde bei unorthodoxen Geschäftspartnern machen. Die fackeln nicht lange. Moskau-Inkasso läuft anders, liebe Solar-Piraten. Druckereien, Tankstellen, Vermieter, Angestellte, freie Mitarbeiter und sonstige Dienstleister sind da ja noch zivilisierte Opfer.

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  7. "Vom Paulus zum Saulus - die wundersame Metamorphose vom biederen Geschäftsmann zum verschlagenen Geschäftemacher."

    Die Story eines Luxemburgers und seiner Gefährtin, die auzogen, die Welt zu verarschen. Fortsetzung garantiert, falls nicht Gevatter Staat dem Übel ein Ende setzt.



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  8. Am 23. November 2012 16:18 schrieb ein anonymer Leser auf PhotonWatch:

    "Wie kann ein Verlag über Monate hinweg Freiberufler für ihre geleistete Arbeit nicht bezahlen und dann so tun, als wäre er nicht insolvent. Nennt man das nicht Insolvenzverschleppung?
    Ich kann nur jeden warnen, für die Photon zu arbeiten, ersteinmal wird eigene, mangelde Kompetenz auf den Zulieferer geschoben und dann gibt es endlose Korrekturphasen mit dem Resultat dass die Rechnung sowieso nicht bezahlt wird." (Zitat Ende)

    Wertvolle Zeit bis zur erzwungenen Insolvenz ist verstrichen, Zeit in der private und gewerbliche Gläubiger ausgenutzt und um die Früchte ihrer Arbeit geprellt wurden. Und die Geschäftsführerin und ihr kaufmännischer Leiter besitzen die Frechheit im Handumdrehen eine Nachfolgegesellschaft zu gründen. Das kennt man sonst nur vom Hörensagen aus Kreisen der halbseidenen Baubranche, von windigen Automobilverkäufern und aus dem TV bei "Nepper - Schlepper - Bauernfänger". Wo sind wir denn? Das kann doch alles nicht wahr sein?! Gibt es denn keinen Anstand mehr in der Wirtschaft?

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