Sonntag, 28. April 2013

Verlauf der Photon Gläubigerversammlung am 19.04.2013 - Teil 9

Der Bericht des Insolvenzverwalters förderte abschließend schier unglaubliches zu Tage:


Gutachter ermittelt Insolvenzzeitpunkt der Photon Europe GmbH auf den 01.01.2010 

Der Insolvenzverwalter hat bei einem Wirtschaftsprüfer ein Gutachten über den Zeitpunkt der Zahlungsunfähgikeit der Photon Europe GmbH in Auftrag gegeben. Dieses wurde nach §§ 17 und 18 InsO gemäß des Prüfungsstandards (EPS) 800 des Instituts der Wirtschaftsprüfer Deutschlands aufgestellt.  

Aus der Berechnungen ergeben sich folgende Deckungslücken bei der Zahlungsfähigkeit:


  • 31.12.2012     Deckungslücke von 99,61%
  • 31.12.2011     Deckungslücke von 39,88%
  • 31.12.2010     Deckungslücke von 58,41%
  • 31.01.2010     Deckungslücke von 52,38%


Zitat aus dem Gutachten:

"Da bereits bei einer Deckungslücke ab 10% die Vermutung der Zahlungsunfähigkeit gegeben ist, besteht aufgrund der sich aus den Zahlen der Schuldnerin ergebenden Deckungslücken zu allen Stichtagen eine Zahlungsunfähigkeit. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft bestätigt dies.


Im Bericht des Insolvenzverwalters heisst es weiterhin: 

"... seit 2009 lagen kontinuierlich Zwangsvollstreckungsaufträge bzw. Insolvenzeröffnungsanträge durch die beteiligten Sozialversicherungsträger vor (Anmerkung der Redaktion: 23. Insolvenzanträge). Deshalb besteht die Vermutung, dass auch Zahlungen innerhalb des 10-Jahreszeitraums des § 133 InsO der Anfechtung unterliegen...


Die Staatsanwaltschaft Aachen hat in Rahmen Ihres Ermittlungsverfahrens wegen Insolvenzverschleppung ein identisches Gutachten nach gleichen Regeln in Auftrag gegeben, das Ergebnis steht noch aus. 



Insolvenzverwalter wird Rückforderungen durchsetzen

Da das Unternehmen Photon Europe GmbH von der Geschäftsführerin Annegret Kreutzmann und ihrem faktischen Geschäftsführer Philippe Welter seit Januar 2010 in einem permanenten Status der Überschuldung geführt wurde, ergibt sich für den Insolvenzverwalter die Möglichkeit Geschäfte bis zum Januar 2010 rückabzuwickeln:


  • Insolvenzverwalter prüft persönliche Ansprüche gegen die Geschäftsführerin Annegret Kreutzmann und ihren faktischen Geschäftsführer Philippe Welter.
  • Da die Kapitalerhöhung um 475.000,- € wohl nicht rechtmäßig zustande kam, wird die Einlage vom Insolvenzverwalter eingefordert werden.
  • Rückforderungsansprüche gemäß §§ 88, 129 ff InsO belaufen sich auf 1.540.093,01 € diese wird der Insolvenzverwalter durchsetzen.
  • Rückforderungen von Darlehnsrückzahlungen an die Photon Power AG in Höhe von 800.000,- € wegen einer unerlaubten Bevorzugung von Gläubigern.



Insgesamt kann der Insolvenzverwalter das Verfahren mit einer freien Masse von 2.094.308,72 € weiterführen. 





Nach Abschluss des Berichtes des Insolvenzverwalters wurde von der Rechtspflegerin der Tagesordnungspunkt Bestätigung des Insolvenzverwalters mit Aussprache aufgerufen. 




Photon-Rechtsanwalt Linnenbrink wagt sich aus der Deckung fordert Absetzung des Insolvenzverwalters

Kaum war die Aussprache eröffnet, wagte sich der Photon Anwalt Linnenbrink mit seinen 19 Vollmachten der Rest-Mitarbeiterschaft aus der Deckung und forderte offen die Abwahl des Insolvenzverwalters, der die Rückforderungen gegen seine Mandanten angekündigt hatte. 

Er schlug den Rechtsanwalt Kai Muscheid von Rewisto - Friedhoff, Mauer & Partner vor. 


  • Nach Recherchen von Photonwatch ist dieser ist jedoch in der selben Kanzlei wie Herr Arne Meyer tätig, der mit dem Insolvenzverfahren der KSW-Gaststätten GmbH (Dem Photon Catering-Unternehmen) beauftragt ist. Dies wäre ein klarer Verstoß gegen die Vorgaben der Insolvenzordnung. 


Fragen des Vertreters der Sparkasse nach einem Interessenskonflikt des neuen Insolvenzverwalters und etwaiger früherer Tätigkeiten für Herrn Welter wurden von Anwalt Linnenbrink zum Unmut der Versammlung ausweichend beantwortet. 


Mit einer blumigen Rede prangerte Anwalt Linnenbrink relativ inhaltsleer die Arbeit des Insolvenzverwalters an. 

Vor allem kam aber in seiner fadenscheinigen Rede in jedem Atemzug durch, dass das eigentliche Problem mit dem Insolvenzverwalter in der Rückforderung und der Durchsetzung von Ansprüchen gegen das Alt-Management liegt. 




DGS Alt-Präsident Dr. Jan Kai Dobelmann spricht dem Insolvenzverwalter das Vertrauen aus

Sodann ergriff DGS Alt-Präsident Dr. Jan Kai Dobelmann das Wort, der zuvor den Insolvenzverwalter massiv wegen der Vernichtung der Arbeitsplätze in der spanischen Redaktion und der Nicht-Freigabe von Rechten der freien Photographen attackiert hatte. 

Er resümierte noch einmal die beschränkten Optionen des Insolvenzverwalters und kam auf dieser Basis zu dem Ergebnis, dass man trotz einer massiven anfänglichen Skepsis es mit einem professionellen Vorgehen zu tun habe, das auch das Vertrauen der Gläubiger verdient habe. 

Herr Dr. Dobelmann kündigte an bei der Abstimmung mit den von ihm vertretenen 9 Stimmen der spanischen Redaktion für die Beibehaltung des Insolvenzverwalters zu votieren. 



Insolvenzordnung schreibt Abstimmung nach Gläubiger-Köpfen über den Insolvenzverwalter vor


Die Rechtspflegerin Jordan rief daraufhin die 58 vertretenen Gläubiger zur Stimmabgabe über die Beibehaltung des Insolvenzverwalters auf. Hierbei besaß jeder der anwesenden oder per Vollmacht vertretenen Gläubiger eine Stimme unabhängig von der Höhe seiner Forderung. 


Folgendes Ergebnis ergab die Abstimmung:



  • 22 Stimmen votierten für die Absetzung des Insolvenzverwalters Seckler
  • 33 Stimmen votierten für die Beibehaltung des Insolvenzverwalters Seckler
  • 3 Stimmen enthielten sich 


Im Resultat wurde der Insolvenzverwalter Seckler von der Gläubigerversammlung in seinem Amt bestätigt. 




Die Photon-Gruppe scheiterte also mit Ihrem fadenscheinigen Versuch durch das Ablöffeln von Stimmen ihrer Rest-Mitarbeiterschaft eine Ablösung des Insolvenzverwalters herbeizuführen und so den Rückforderungen gegen Annegret Kreutzmann und Philippe Welter zu entgehen.   






++++ Weiter mit Teil 10



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Wichtig!  Dies ist ein aus persönlichen Aufzeichnungen erstellter Text. 

Wer Ergänzungen oder Verbesserungen zu diesem Bericht aus der Gläubigerversammlung hat, kann dies persönlich und auch anonym in den Kommentaren einfügen. Hier kann man auch seine eigenen Eindrücke und Meinungen kundtun.  

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Kommentare:

  1. "Gutachter ermittelt Insolvenzzeitpunkt der Photon Europe GmbH auf den 01.01.2010"

    Gab es nicht zuvor Wirtschaftsprüfungen? Wie kann es sein, dass dies nicht viel früher auffällig wurde?


    "... seit 2009 lagen kontinuierlich Zwangsvollstreckungsaufträge bzw. Insolvenzeröffnungsanträge durch die beteiligten Sozialversicherungsträger vor (Anmerkung der Redaktion: 23. Insolvenzanträge)."

    Unfassbar! Es mangelt an geeigneten Schutzmechanismen und Frühwarnsystemen, um die öffentliche Hand vor Schadensverursachern zu bewahren. Eine Herausforderung an die Politik.

    "Die Staatsanwaltschaft Aachen hat in Rahmen Ihres Ermittlungsverfahrens wegen Insolvenzverschleppung ein identisches Gutachten nach gleichen Regeln in Auftrag gegeben, das Ergebnis steht noch aus."

    In dubio pro reo, ohne Vorgriff und Vorverurteilung - das Ergebnis der Ermittlungen und eines mit großer Wahrscheinlichkeit folgenden Prozesses wird eindeutig ausfallen.

    "(...)Möglichkeit Geschäfte bis zum Januar 2010 rückabzuwickeln:
    Rückforderungen von Darlehnsrückzahlungen an die Photon Power AG in Höhe von 800.000,- € wegen einer unerlaubten Bevorzugung von Gläubigern."

    Ein Albtraum für den Vorstand der Photon Power AG, ein böses Erwachen für alle Anleger. Doch eine richtige und durchaus begründete Forderung zu Gunsten der Gläubiger der Photon Europe GmbH.

    "Photon-Rechtsanwalt Linnenbrink wagt sich aus der Deckung fordert Absetzung des Insolvenzverwalters"

    Eine pflichtgemäße Forderung zu Gunsten seiner Mandantschaft. Nur gut, dass die Interessen der privaten und gewerblichen Gläubiger durch Bestätigung des Insolvenzverwalters gewahrt bleiben.

    "Mit einer blumigen Rede prangerte Anwalt Linnenbrink relativ inhaltsleer die Arbeit des Insolvenzverwalters an."

    Als Ghostwriter der Einlassung sind die Mandanten des RA Linnebrink nicht zu vermuten. Oder doch?

    "DGS Alt-Präsident Dr. Jan Kai Dobelmann spricht dem Insolvenzverwalter das Vertrauen aus"

    Wurde auch Zeit, Herr Dobelmann. Ihre kritische Begleitung und Ihr engagiertes Auftreten verdient allen Respekt.

    "Herr Dr. Dobelmann kündigte an bei der Abstimmung mit den von ihm vertretenen 9 Stimmen der spanischen Redaktion für die Beibehaltung des Insolvenzverwalters zu votieren."

    Alles andere wäre auch unverantwortlich gewesen.

    "Die Rechtspflegerin Jordan rief daraufhin die 58 vertretenen Gläubiger zur Stimmabgabe über die Beibehaltung des Insolvenzverwalters auf. Hierbei besaß jeder der anwesenden oder per Vollmacht vertretenen Gläubiger eine Stimme unabhängig von der Höhe seiner Forderung."

    Unabhängig von der Höhe seiner Forderungen - die Wichtigkeit der Teilnahme an der Gläubigerversammlung kann -zur Durchsetzung der Gläubigerinteressen- nur nochmal betont werden.

    "Die Photon-Gruppe scheiterte also mit Ihrem fadenscheinigen Versuch durch das Ablöffeln von Stimmen ihrer Rest-Mitarbeiterschaft eine Ablösung des Insolvenzverwalters herbeizuführen und so den Rückforderungen gegen Annegret Kreutzmann und Philippe Welter zu entgehen."

    Ein schönes Schlusswort bis hierher. Welche Motivation die verbliebene Mitarbeiterschaft zur Ermächtigung der Schuldner antrieb, würde interessieren.





















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  2. es bleibt nun nur abzuwarten, was mit dem hohen Ansehen in de Branche passieren würde......

    es war mal:
    welter = pv kaiser
    wie beckenbauer = fussball kaiser

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    1. Na ja, als Fürst haben den nur die ergebensten Sektenmitglieder wahrgenommen. Der seriöse Rest der Branche hat immer seinen Abstand zu dem Fürst der Finsternis gewahrt.

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    2. Ruhm ist vergänglich, die Wahrheit lebenslänglich

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    3. Die Wahrheit wird oft verkauft und wird gehandelt, wo Ruhm zu großem Geld geworden ist.

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  3. Mein Vorschlag wäre, die ehrenden Zusätze für diesen Herrn W. nun einfach für alle Zeiten wegzulassen. Wieso soll dieser Blender denn ein "Lord" oder "Kaiser" gewesen sein? Ehre wem Ehre gebührt, aber bitte auch nur Ehre wem Ehre gebührt.

    Einfach nur unfassbar, was hier passiert ist. Besten Dank für die Berichterstattung.

    Kaum auszudenken, welcher Schaden hier für die Allgemeinheit und die PV angerichtet wurde. Diese Firma war ein Bärendienst für die PV, eine Psychosekte geleitet von unfähigen und skrupellosen Leitern.

    Es muss ja nicht jeder Mitarbeiter bei einer Versammlung offen opponieren. Dafür habe ich ja Verständnis. Aber es sollte doch nun wirklich mal jeder in sich gehen, ob diesen Typen auch noch Stimmrechte anvertraut werden müssen.

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    1. Bin ich mich gegangen, werde Dr.Dobelmann unterstützen. Rechtsschutzversicherung vorhanden.

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    2. Bin ganz außer mir und werde meine Interessen vertreten, an der Seite des DGS Alt-Präsidenten!

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  4. In der Zeitung Aachener Nachrichten ist ein Leserbrief zum Artikel »Aerger um Kuendigungen beim Solarverlag Photon« veroeffentlicht.

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    1. Und wo sieht man diesen? Online?

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    2. http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/arger-um-kuendigungen-beim-solarverlag-photon-1.466092#comments

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    3. Die Antwort ist auch nicht schlecht :-))

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    4. "Stockholm-Syndrom" - was für eine selbsterklärende Namensgebung im Leserkommentar! LOL und das bei einem so ernsten Hintergrund. Verlieren Sie nicht den Mut für Ihre Rechte zu kämpfen! Ich bewundere Sie alle für die Unbeugsamkeit!



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    5. In der Bildunterschrift des Artikels der Aachener Nachichten (Aachener Nachrichten-Online, Artikel 29.November 2012)ist von 240 Mitarbeitern weltweit die Rede. Liegen verifizierbare Informationen vor wo/wie viele Mitarbeiter aktuell tätig sind?

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    6. Ja, die von den Aachener Nachrichten sind schon süß. Haben wohl keine Lust, über wichtige Sachen zu berichten. Über jeden Pipifax wird berichtet, dabei ist die Spaßgrenze hier schon lange überschritten. Ist doch klar, dass es hier noch wichtige Hintergründe gibt, wenn eine untote "Fachzeitschrift" 3 Jahre lang weiter ihr Unwesen treiben durfte. Muss man das eigentlich Journalisten auf die Nase binden, oder wann merken die denn endlich was?

      Also dann mal Klartext: in der Branche wird schon seit Jahren gelogen und betrogen und bei Photon liefen die Fäden zusammen. Die Sache ist richtig heiß, da stehen einige Leute gewaltig unter Druck, andere sind ausgenutzt worden. Wenn da morgen jemand aus dem Fenster springen würde, weil er nicht mehr weiter weiß, dann wäre es kein Wunder. So viel Einblick ist hier vorhanden und außerdem kann das sachverständig beurteilt werden.

      So wie bei Photon wurde in der PV überhaupt nix überwacht. Man hat den Bereich mit Geld geflutet und dann Anfänger, Diletanten und selbsternannte Möchtegerne dilettieren lassen. Aber wehe wenn es knallt und tatsächlich etwas tragisches passieren sollte, dann steht das sicher sofort in allen Zeitungen...

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    7. Verstehen Sie mich nicht als Fürsprecher der Medien, wenn ich ein gewisses Verständnis für die Aachener Journalisten aufbringe. Die Komplexität des Themas stellt jede Redaktion vor eine Herausforderung gerade in Hinblick auf die journalistische Sorgfaltspflicht. Die Prüfung des Wahrheitsgehalts und der Herkunft von Informationen, sowie deren zusätzliche Erlangung aus frei zugänglichen Quellen braucht Zeit. Niemand möchte sich dem Vorwurf oberflächlicher oder fehlerhafter Berichterstattung aussetzen. Ene Brisanz der Sache wird nicht abgesprochen. Ich gehe sicher davon aus, dass eine Berichterstattung in den nächsten Tagen erfolgen wird. Dieser Watchblog ist sicher eine Quelle unter vielen.

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    8. Ich habe nichts dagegen, wenn Sie sich für die Medien einsetzen mit guten Argumenten und genau das machen Sie ja. Ich bin auch ein Anhänger der PV, das ist eine geniale Sache. Aber wie diese Sache hier in D in den letzten Jahren ruiniert worden ist, da weiß man ja nicht ob man heulen oder vor Wut platzen soll. Also insofern nichts gegen gut recherchierte Berichte und seriösen Journalismus. Soviel Zeit muss und darf selbstverständlich sein.

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    9. Aber wenn im Zoo ein Esel getauft wird, sind die Jungs von der Lokalpresse voll aktuell!

      Immer das gleiche, alles was sich nicht mit Bürgermeister im Bild ablichten oder aus dem Vereinsblättchen abtippen lässt, bleibt liegen.

      Informationsquellen wie das Gericht, den Insolvenzverwalter, die geneppten Gläubiger, die betrogenen Caterer, die Gewerkschaften und sonst Wen aus Aaachen gibt es in diesem Fall zu Hauf.

      Aber ständig ruft der Esel und das ist bekanntlich wichtiger! Tiere und Kinder gehen ja immer vor...

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    10. Investigativer Journalismus wird gar nicht verlangt, auch wenn er in diesem Fall bestimmt noch einiges zu Tage fördern würde. Das einfache Handwerkszeug genügt doch, um Leser zu informieren.
      Ein Hinterherschreiben befriedigt sicher keinen Journalisten. Den Leser (ich bin tatsächlich zufriedener Abonnent der Aachener Zeitung) auch nicht.

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  5. Ein Hoch auf die spanischen Kollegen!

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    1. Da wir hier angesprochen werden: Es ist ja nicht so, dass wir Spanier in besonderem Maße tapfer wären- Es ging darum, gerecht zu sein. Sicherlich muss ich hier niemandem erklären, dass das Management der Photon grauenhaft war. Vielleicht war ich wohl die minder Betroffene des spanischen Teams, weil ich zumindest Recht auf Insolvenzgeld hatte und meine Rechnungen vía Arbeitsamt bezahlen kann. Unter Team verstehe ich übrigens auch Übersetzer, Fotografen und alle, die es möglich gemacht haben, die spanische Ausgabe herauszubringen. Aber ich bin auch geschädigt wurden Megalomanie und unternehmerische Unfähigkeit. Darum unter anderem waren wir es (und nicht umgekehrt, wie man hier schon lesen musste), die Dr. Dobelmann gebeten haben, uns in der Gläubigerversammlung zu repräsentieren. Vor allem, weil wir wirklich wissen wollten, was los ist und weniger, weil der Feind der anderen unser Freund ist.

      Ihr, die Ihr dabei gewesen oder noch “drinnen” seid, wisst, dass eines der Paradoxe ist, dass Photon ein hermetischer Kommunikationskanal ist, der hinter Mauern zusammengerührt wird. Das ruft Neugier hervor. Aber so schlimm auch die Machenschaften gewisser Elemente waren, die verantwortlich sind: Gerechterweise dürfen wir nicht vergessen, dass Photon immer eine Referenz, um nicht zu sagen, das einzige Medium war, dass in der Lage war, sowohl Außenstehenden als auch Insidern die Vorzüge, Vorteile und Schatten der Solartechnologie nahe zubringen. Einige von uns waren in diesem Verlag, weil sie überzeugt waren und an die Photovoltaik glaubten und nicht aus Unterordnung gegenüber unseren Chefs oder wegen opulenter Gehälter (in der Gläubigerliste wirkt mein Gehalt eher mitleiderregend) und schon gar nicht aus Masochismus.

      Heute geht es leider Gottes darum, wie grottenschlecht einige wenige sind. Jetzt kommen viele aus der Deckung und verkünden als “Neuste Nachrichten”, was für uns alle offensichtlich war, die wie wir Monat um Monat um unser Gehalt betteln mussten: Es gab keinen Cent! Wer jetzt sagt, er habe das nicht gewusst, lügt unverschämt oder hat einen kognitiven Defekt.
      Alle, und da schließe ich mich ein, haben wir unsere Verantwortung in dieser Geschichte, denn wir haben sie zugelassen. Damit PW und seine Leute mich auchg schön in den Nacken bekommen, unterschreibe ich diesen post mit meinen Initialen.
      Wir vergessen leider, dass es etwas viel wichtigeres, als Lords, Ladys oder Untertanen gibt: Die Solarenergie. Wer wird jetzt informieren und den “Normalverbraucher” über die immensen Vorzüge der Solartechnologie aufklären? Und ich beziehe mich nicht auf die Winkelzüge, mit denen Welter & Co in politischen und sozialen Netzen aktiv werden. Ich beziehe mich auf dass, was viele von uns hat durchhalten lassen, obwohl wir keinen Cent gesehen haben, keinen Urlaub gehabt hätten oder wirklich frei und ohne Schere hätten schreiben dürfen. Diese Frage bleibt vorerst offen. (cf)

      PS: Liebe Kollegen: Mit Euch zusammenzuarbeiten, war mir eine große Ehre!

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    2. Torera! a por ellos que son pocos y cobardes. Estoy contigo.
      Uno de tus niños
      Freie Übersetzung: Stierkämpferin!Auf sie drauf... sie sind wenige und feige sind sie auch noch! Ich bin bei dir.
      Eines deiner kinder

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    3. Zumindest mal ein Photonie, der mutig ist und sich aus dem Loch wagt! Übrigens: Deine Frage ist absolut berechtigt. Aber sag mir doch mal eines: Warum sind Deine deutschen Kollegen so feige?

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    4. Ich liebe die "Anonymen", die uns fragen, warum wir feige sind !!
      Wie ist denn Ihr werter Name, Vor-poster ?? Und in welchem Verhältnis stehen Sie denn zu Photon ?

      fn

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    5. Liebe cf,
      wir haben im gleichen Verlag gearbeitet, doch wir kennen uns nicht. Du wie ich sind raus, frei oder wie auch immer man das nennen kann. Es ist vorbei, für mich ist es vorbei doch noch nicht vorüber.

      Wir gehen schwanger mit der Zukunft -
      die Last der Vergangenheit wird uns noch ein Stück weit verfolgen. Lassen wir es hinter uns, hängen wir es ab - uns zuliebe,

      Jamás cerró una puerta Dios, sin abrirse dos

      Liebe Grüße
      aus Aachen

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    6. An den Anonymen "fn": Sie kenne ich nicht, aber Photon um so besser. Cobarde!

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    7. Al enemigo ni agua! Unidos acabamos con ellos!

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    8. Auch unter den spanischen Kollegen gibt es ein schwazes.....





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    9. ¡Olé!
      Die Arbeitsbedingungen habe ich über mehrere Jahre als interne Mitarbeiterin im Verlag kennengelernt. Zu jeder Zeit gab es Anzeichen für desolates Management und warnende Stimmen auf der Suche nach Gehör. Warum so beherzt weggeschaut wurde, dafür gibt es viele Gründe. Aufenthaltsgenehmigung ist wohl der Traurigste. Feigheit, Gier und Angst die Häufigsten.
      Eine Stimme habe ich am 3. Mai nicht zu vergeben.
      Meine Solidarität gilt den Kämpfenden!
      Nathalie Kaiser

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    10. Nathalie muss daraußen bleiben. Die hat ja auch keine Stimme zu vergeben :-)

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  6. bravo, Herr Heuser!

    photon Internet:
    http://www.photon.info/photon_pp_start.photon?ActiveID=2061

    Stand 15.04.2013

    Baubeginn für "Avantis 3" im Mai 2013

    Auf dem knapp ein Hektar großen Grundstück sollen circa 1,4 Megawatt in Ost-/Westausrichtung gebaut werden und damit fast dreimal soviel wie früher bei konventioneller Südausrichtung. Der flächenbezogene Ertrag wird damit für Solaranlagen, mit Solarmodulen von 15% Wikungsgrad, ein Maximum erreichen. Neben der hohen Flächendichte sollen die Klebetechnik von Modullaminaten und eine teilautomatische Montage ausgetestet werden.

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    1. endlich mal ne gute Nachricht für die Anleger

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    2. Na ja, da würde ich mich nicht zu früh freuen! Die Meldung ist vom 15.04.2014, also 5 Tage vor der Gläubigerversammlung. Auf dieser wurden vom Insolvenzverwalter massive Rückforderungen gegen die Photon Power AG angekündigt.

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    3. Zitat: "(...)Möglichkeit Geschäfte bis zum Januar 2010 rückabzuwickeln:
      Rückforderungen von Darlehnsrückzahlungen an die Photon Power AG in Höhe von 800.000,- € wegen einer unerlaubten Bevorzugung von Gläubigern."

      Bravo, Herr Heuser!

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    4. Der Heuser hat doch den Schuss nicht gehört. Seinen Laden gibt es im Juni/Juli eben so wenig noch, wie diese seltsamen Scheinfirmen a la Photon XXXXX !!
      Wie blind oder doof muss der eigentlich sein?

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    5. Über Sonnenenergie und das ganze Gedönse kann ich nicht viel sagen, interessiert mich auch eher weniger. Auch habe ich mit den Beteiligten keine Verbindung (weder pro noch kontra). Sehr erschüttert bin ich aber über die traumatischen Folgen, die die Menschen mit sich tragen. Diese Firma ist mir unheimlich. Was geht denn da nicht ab? Das liest sich ja wie ein Drehbuch für einen schlechten Film. Deutschland? Jahr 2013? Hoffentlich landet meine Tochter nie in sowas. Schrecklich!

      Liza

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  7. Anonym 29. April 2013 16:45 schrieb:
    "Warum so beherzt weggeschaut wurde, dafür gibt es viele Gründe. Aufenthaltsgenehmigung ist wohl der Traurigste."

    Was hat es damit auf sich? Ist es Ihnen möglich konkret zu werden? Das würde brennend interessieren. Wurde mit möglichem Verlust der Aufenthaltsgenehmigung gedroht o.ä., wenn das Arbeitsverhältnis beendet wird? Wurden ausländerrechtliche Probleme angedeutet, falls MitarbeiterInnen opponieren?

    (PAAC)






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  8. Es ging in der Sache um eine Aufenthaltsgenehmigung die Abhängig von einem Beschäftigungsverhältnisses bestand.

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  9. Als Spanischer Photon-Team Miteingehöriger, der alles, hier schon erwähntes, mitgelitten hat, ein Bravo an all meine Kollegen. Das Spanische Team war die Licht im Dunklen, wenn alles für mich einfach dunkel war. So viel harte Arbeit, so viele Stunden, so viel mobbying, so viel Unterdrücken meiner psychischen und physischen Gesundheit, hätten mich wahnsinnig gemacht, wärt Ihr nicht da gewesen. Es war unglaublich, was für eine gute Arbeit wir gemacht haben, auch wenn immer das Trüben überall anwesend war. Natürlich waren viele Deutscher, Französer, Italiener, Amerikaner, und andere auch gute Kollegen. Es war mir ein Vergnügen, mit den meisten von Euch unsere gemeinsamen Leiden etwas leichter zu machen.

    Was ich an dieser Firma erlebt habe, wünsche ich sogar meinen Feinden nicht! Rückschauend halte ich es für fast unmöglich, was wir Menschen alles aushalten können. Was für Gründe auch dahinter liegen können... Leute: es lohnt sich nicht! Normale Arbeitsatmosphäre sind überall da raussen. Normale, nicht psycopathe (und nicht mindestens verdächtig kriminelle) Chefs auch. Viel Mut an alle. Es gibt einen Weg draus.

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